All great changes are preceded by chaos.

Ich fang gerne mit Zitaten an. Diesmal ist es eins von Deepak Chopra, einem indischen Autor, der über Spiritualität, alternative Medizin und Ayurveda schreibt. Also müsste er es doch wissen.

Mit Chaos kenn ich mich aus, mit Spiritualität und alternativen Lebensweisen weniger. Selbst Yoga ist mir unheimlich. Meine Freundin S hat es neulich trotzdem geschafft, dass ich mich auf einer Matte verrenkte und  atmete. Nicht, dass ich nicht automatisch atmen würde, aber beim Yoga ist es Pflicht.  Nach einer halben Stunde war das ganze vorbei und ich mir im Klaren darüber, wie unfassbar ungelenkig ich bin. Dabei dachte ich, es geht einem hinterher mental besser. Mich dagegen machte es aggro, dass ich nicht so leichtfüßig und fließend von irgendeinem Tier in irgendein anderes Tier übergehen konnte wie S.

Zu meiner Verteidigung muss ich anmerken, dass S gerade von einem Yoga-Retreat aus Goa zurück ist und sich schon etwas länger mit Yoga und der inneren Ruhe befasst. Zwangsweise, denn der letzte Burnout war nicht mehr zu ignorieren. Insofern wurde aus meiner hyper-chaotischen Workaholic Freundin im vergangenen Jahr eine in sich ruhende Zen-Meisterin. Dieser Veränderung war also auch Chaos vorangegangen.

Wie gesagt, mit Chaos kenn ich mich aus. Ich mag es, es ist mir vertraut und war jetzt lange Zeit mein Wegbegleiter. Aber gestern Abend, während ich in der Badewanne lag und nach Kapstadt whatsappte, merkte ich plötzlich, dass es sich verabschiedet. Dass mein Chaos dabei ist, sich ganz ohne Yoga, Ayurveda und ganzheitlicher Therapie aus dem Staub zu machen. Ich tauchte unter Wasser, lauschte den dumpfen Tönen meines Herzschlags und wurde ein bisschen wehmütig. Ich empfand Trennungsschmerz, weil mein Chaos mich verlässt.

Vielleicht wäre alternative Medizin oder psychologische Beratung doch nicht so verkehrt…

Mad City

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